Dienstag, Dezember 11, 2018

Alle News » "Villa Hahnenburg"


01.05.2017

Geschichte der Villa Hahnenburg

 

Geschichte der Villa Hahnenburg

Die Villa Hahnenburg entstand in den Jahren 1870/72 in einem ländlichen Mülheimer Randgebiet. Der Brauereibesitzer Johann Herbert Hahn und die unmittelbar benachbarte Brauerei Börsch und Hahn ließen das neoklassizistische Gebäude am Rande eines Weihers neben der Brauerei erbauen. Der später trockengelegte etwa 400 qm große Weiher diente den Be- und Anwohnern zum Kahnfahrten und Schlittschuhlaufen und lieferte für die Brauerei das Eis, welches in den tiefen Gewölbekellern bis in den Sommer lagerte, ohne zu schmelzen. Über die Jahre verschwand der Weiher und die Stadt holte die Idylle ein.

Vor der 1914 erfolgten Eingemeindung Buchheims nach Köln hatte sich der ursprünglich ländlich geprägte Ort in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts bereits zu einem Industrie- und Arbeiterwohnvorort entwickelt. Die Villa Hahnenburg ist ein Zeugnis dieser siedlungsgeschichtlichen Ausbauphase Buchheims, das als palaisartiger Bau die Wohnkultur des Grossbürgertums widerspiegelt. Entsprechend repräsentativ und eindrucksvoll ist die baukünstlerische Gestaltung der Villa in klassizistischen Stilformen. In der Bauform lebt die Tradition der klassischen, palladianisch geprägten Villenarchitektur der italienischen Renaissance auf.

Im Inneren zeichnet sich das Gebäude durch großzügige Raumstruktur und aufwendige Ausstattung mit Wand- und Deckenstuck aus, besonders im Vestibül mit Pilastergliederung und reichen Ornamentfriesen und der differenzierten Lichtführung durch Deckenöffnungen.

In dem im 19. Jahrhundert geprägten Arbeiterwohnvorort Buchheim ist die Villa Hahnenburg als ehemaliger Fabrikantensitz eine Einzelerscheinung und von besonderer ortsgeschichtlicher Bedeutung. Ihr Denkmalcharakter beruht ganz wesentlich auf der Erhaltung des Parks, der das Gebäude ringsum als Freifläche umgibt und ihm den seiner Qualität und Größe angemessenen optischen Freiraum verleiht. Villa und Garten sind deshalb als Ensemble herausragende Zeitdokumente.

In den neunziger Jahren verkaufte das Brauereiunternehmen aufgrund finanzieller Schwierigkeiten die Villa Hahnenburg an den Kölner Bauunternehmer Heinrich Kitterle und das Betriebsgrundstück mit Gebäuden an den Kaufmann Peter Drösser, der dort unter seinem Namen ein Stahlhandelsunternehmen gründete. 1956 ging auch die Villa Hahnenburg in den Besitz der Firma Peter Drösser über.

Einige Zeit wurde die Villa Hahnenburg als Nobelrestaurant betrieben. Bis April 1994 diente es als letzter Wohnsitz des Grafen Dieter Friedrich Brockmann von Rothenburg.

Im November 1996 wurde die Villa, ein sehr solide errichtetes Bauwerk mit seinen einmalig schönen stuckverzierten Decken und Wänden, seiner großzügigen Innen- und markanten Außengestaltung in der parkähnlichen Umgebung vom Verband der Islamischen Kulturzentren erworben. Das Villengebäude, welches weniger durch Kriegseinwirkungen als durch die Tatsache, dass über einen Zeitraum von fast 40 Jahren wegen allerlei Schwierigkeiten kaum Reparaturen oder Modernisierungen durchgeführt wurden, stark gelitten hat, befand sich in einem äußerst schlechten Zustand.

Der Verband der Islamischen Kulturzentren e.V. hat die Villa in den Jahren 1996 bis 1998 mit großem Aufwand restauriert und sie für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

 

 

 

Zentrum für Bildung und Integration in Mülheim e.V. (ZEBIT e.V.)

Ackerstr. 146, 51065 Köln

Tel.: 0221 / 680 89 777

Fax: 0221 / 680 88 00

© 2018 Villa Hahnenburg. All right reserved.